DAS BUCH DER KÖNIGREICHE

Universelles Fantasy Pen-and-Paper Rollenspiel Setting

Religionen und Glauben

Götter im Königreich Teros-Saral

Das im Königreich lebende Volk Teros-Saral hat sich zusehends mit der eigenen kulturellen Entwicklung von alten Göttern, Naturgeistern und der Erdgöttin Gwladeyr ab- und einer neuer Religion zugewandt. Der goldene Greif Perion – eine Chimäre aus Greifvogel und Löwe – ist das Symbol des neuen Gottes Galith und des dessen Pantheon verehrenden Kultes. Obwohl von der Glaubensgemeinschaft mehrere Götter und Halbgötter, die teilweise mit Galith verwandt sind, angebetet werden, gilt dieser als wichtigster Gott und als Erschaffer, als Spender der Baukunst, der Formgebung und der Architektur. Seine Anbetung ist eng mit dem Aufstieg des Königreichs Teros-Saral und der gut organisierten Priesterschaft des Kultes verbunden.

Gott Galith und sein Pantheon

In windeseile vermag der Greif Perion seinen Herren sicher an gewünschte Orte zu verbringen. Galith selbst erhält in Tempeln häufig die Gestalt eines dickbäuchigen, alten Mannes mit schütterem, lockigen Haar und Vollbart. Als bemerkenswerter Halbgott gilt Eogan, der als Sohn Galiths aus der Vereinigung mit der Sterblichen Mairead hervor gegangen ist. Eogan ist der Heerführer der Armee seines Vaters und wird deshalb vielfach als Schutzpatron von Soldaten und Kriegern wahrgenommen. Insofern wird er häufig kriegerisch dargestellt: als ein sehr schöner, athletischer Mann mit anmutigen Gesichtszügen, langem wallenden Haar und mit breiten Adlerschwingen, die eine enorme Spannbreite erreichen. Er wird stets mit einem silbernen Brustpanzer gezeigt. Am Gürtel trägt er ein Langschwert, in der linken Faust einen Vollschild. Eogans Halbschwester Aleena nimmt ebenfalls eine herausragende Stellung im Pantheon ein. Sie wird zumeist in der Gestalt als attraktive mit stolzen Schwingen versehene Frau gezeigt, anmutig und nackt. Ihre Nacktheit darf von Betrachtern aber keineswegs falsch gedeutet werden: Verehrt wird Aleena als stolze und selbstbewusste Göttin, als Schutzgöttin insbesondere des weiblichen Wesens und der Reinheit, die sich in alles verschlingende Flammen hüllen kann. Das eindruckvollste Bildnis Aleenas – eine aus Gold gefertigte Statue – findet sich im Haupttempel zu Teros.

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Priesterschaft des Galith-Kultes

Einen landesweit vereinten Galith-Tempel unter Leitung eines Hohepriesters gibt es seit dem Jahr 104 n. G. d. K. Der erste Hohepriester Brabitus hat den Bau des riesigen Haupttempels in Teros in Auftrag gegeben und den Weg für diese bedeutende Religion geebnet. Der amtierende Hohepriester Buchard blickt auf 48 Vorgänger zurück. Im Rat der Edlen berät ein Hohepriester traditionell den König.

Die Abbildung aus dem Pen-and-Paper Buch zeigt einen NSC: den Hohepriester, der magische Fähigkeiten besitzt.
Hohepriester Buchard steht in einer langen Reihe von Oberhäuptern des Galith-Tempels und beherrscht mächtige ihm von seinem Gott gegebene Zauber.

Bestattungsriten

Sowohl Brandbestattungen mit Bestattung der Asche in Tongefäßen als auch Körperbestattungen werden vorgenommen. Dabei ist es üblich, dem Verstorbenen reichliche Gaben mitzugeben. Je wohlhabender der Verstorbene und seine Familie ist, desto prächtiger wird die steinerne Grabanlage, die dem Toten errichtet wird; wenn es denn bezahlbar ist. Einfache Menschen müssen eine Erdbestattung vornehmen. Häufig wird der Bau einer Grabanlage bereits zu Lebzeiten des Verstorbenen initiiert. Vermögende Bewohner geben Unsummen für eine kunstvolle Verzierung des Grabgebäudes (Marmorsäulen, Figuren, Mosaikfußböden, Deckenmalerei etc.) aus.

Geheimes Tempelwissen

Der Galith-Tempel im Königreich Teros-Saral hütet ein Geheimnis. Er weiß von dem heidnischen Bergvolk Luthaís-Bathar, das in den Teros-Höhen wohnt und den finsteren Gott Manatharil anbetet. Der Tempel schützt das Land und die Bevölkerung, bekämpft das Bergvolk und zahlt dafür mit dem Blut tapferer Männer. Dem Galith-Tempel ist bewusst, dass sich der Manatharil-Kult trotz aller ihrer Bemühungen bereits wie eine Krankheit in die Gesellschaft des Königreiches eingeschlichen hat. Sämtliche vollwertigen Tempel-Mitglieder – Kleriker, Tempelwachen und Hexenjäger – werden in dieses Geheimnis eingeweiht und müssen schwören, dass sie es niemals Außenstehenden offenbaren. Der Bruch des Schwurs wird mit dem Tode bestraft. In ihrem eifernden Kampf gegen den Manatharil-Kult ist der Galith-Tempel auch zu der Überzeugung gelangt, dass die Anbetung der Erdgöttin Gwladeyr dem prosperierenden Tempel und dem aufstrebenden, urban geprägten Königreich eher schadet als nützt. Für ihn verschwimmen die Grenzen und es gibt Kleriker, die die absurde Auffassung teilen, dass Gwladeyr Manatharil nahe stehen könnte. Nicht wenige, weiße Magie ausübende Hexen endeten aufgrund dieser Verbohrtheit auf dem Scheiterhaufen.

Erdgöttin Gwladeyr und ihre Naturgeister

Vor Jahrtausenden haben die menschlichen Völker hauptsächlich abertausende von Naturgeistern angebetet und eine übergeordnete Mutter- und Erdgöttin Gwladeyr, die der Erde die Kraft des Lebens gab. Nach und nach obsiegten jedoch urbane Kulturen über Naturvölker, sodass die Erdgöttin stetig an Macht verlor. Mit der Gründung der Königreiche Andor, Arathan und schließlich Teros-Saral wurde sie nicht nur in den Hintergrund gedrängt, sondern ihre Verehrung wurde geradezu verpönt. Aus unterschiedlichen Gründen, zu denen sicherlich auch Unwissenheit und Ignoranz gehören, wurden Gwladeyr mehr und mehr schadende Eigenschaften unterstellt. Das von ihr gemachte Bild wandelte sich von einer Leben spendenden, reinen Göttin zu einer zerstörerischen, gefährlichen und schädlichen Kraft. Aus diesem Grunde wurde im Königreich Teros-Saral vom Galith-Tempel die Verehrung Gwladeyrs verboten. Heimlich beten dennoch einige Menschen zu ihr. Unter ihnen befinden sich einige Dutzend Hexen, die sich der weißen Magie verschrieben haben und keineswegs böse sind. Denn wer sich Gwladeyr verschreibt, wendet sich zugleich immer gegen ihren Erzfeind Manatharil, der für untotes Leben wider der Natur steht. In anderen Königreichen ist sie gänzlich vergessen oder findet – wie im Königreich Andor und Königreich Arathan – kaum Beachtung. Gläubige haben für sie häufig ein Symbol gewählt, das in einem Kreis einen Baum zeigt, dessen Wurzeln mit den Ästen verwachsen sind.