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Pen-and-Paper: NSC und NPC im Rollenspiel

Farbenprächtige Nebendarsteller

Das Bild zeigt den NPC Eadric - ein Torwächter der Burg Bärenfels zu Aran.

NSC im Pen-and-Paper Rollenspiel erhalten ein markantes Auftreten. So nüchtern wie der Begriff NSC / NPC NSC erhalten im Pen-and-Paper Rollenspiel markante Merkmale und werden zu farbenprächtigen Nebendarstellern. klingt, so ungern mag ich die vielen Lebewesen meiner Pen-and-Paper Rollenspiel Welt unter diesem Oberbegriff zusammenfassen. Weil sie eben wie im richtigen Leben mehr sind: sympathische Wegbeschreiber, hilfsbereite Tippgeber, nörgelnde Sonderlinge, eitle Pfaue, gierige Pfennigfuchser, loyale Verbündete oder verdorbene Fieslinge. Und noch viel, viel mehr! Selbst Durchschnittstypen haben auf den zweiten Blick etwas an sich, was fasziniert. Manchmal gibt es äußerliche Merkmale, mal Fähigkeiten, Stärken oder Schwächen, Neigungen und Interessen. Deshalb habe ich für diesen Beitrag den Titel 'Farbenprächtige Nebendarsteller' gewählt.

Wie gebe ich Nebendarstellern (NSC / NPC) ein markantes Auftreten?

Verkommen unbedeutende Nichtspielercharaktere zu grauen Statisten und sind klar zu unterscheiden von einer Handvoll wichtiger Akteure, wird das Spiel schnell fade und vorhersehbar. Mit einfachen Mitteln und Wegen heben sich auch unwichtige NSC aus dem Einheitsbrei hervor und halten die Spannung hoch. Wie ich vorgehe, beschreibe ich hier.

Alle für dieses Buch erschaffenen 130 Nichtspielercharaktere (NSC) finden ihre Charakteristika auf drei Säulen verteilt:

Sicherlich lassen sich nicht sämtliche Aspekte wie mit einem Seziermesser voneinander trennen, und es gelingt tatsächlich auch nicht immer. Aber diese grundsätzliche Einteilung ermöglicht dem Spielleiter einen vergleichsweise schnellen Zugang zu den jeweiligen Inhalten. Nützlich sowohl in der Spielvorbereitung als auch für das Spicken während des Spiels, wenn ein NSC zum Leben erweckt werden soll.

Viele Beschreibungen des Aussehens und Auftretens sind „vorlesefertig“ formuliert, doch ich rate Dir von einem Ablesen allzu langer Passagen ab. Mein Tipp: Streue lieber häppchenweise Informationen an gut passenden Stellen über einen NSC ins Spiel ein und konzentriere Dich dabei auf einprägsame Schwerpunkte, die gerade in genau diesem Moment wirksam sind. Ein vornehmer Kaufmann, der sich bei einem geheimen Stelldichein mit einer Geliebten ertappt fühlt, tritt den SC wahrscheinlich weniger souverän entgegen als üblich. Und seine prunkvolle Kleidung fällt in dieser Situation nicht durch ihre Pracht ins Auge, sondern weil der Handelsherr sie immer noch verstohlen zu richten versucht. Vielleicht vergeblich und ein goldener Knopf fällt zu Boden? Für diesen Augenblick tritt alles andere in den Hintergrund und weniger ist dann mehr. Was aber nicht bedeutet, dass Du nach und nach keine weiteren Informationen mehr einfließen lässt. Dieses Vorgehen setzt allerdings zwingend voraus: Du liest Dir die Beschreibungen neuer NSC vor der Spielsitzung gründlich durch.

Während des Rollenspielgeschehens versetzt Du Dich in die Persönlichkeit und mögliche Motivation des Nichtspielercharakters hinein und formulierst verstärkt die Wirkung des Auftritts auf den Spieler. Denn Begegnungen sollen etwas bei ihnen auslösen. Ein Aussehen oder eine Erscheinung zu beschreiben, ist nur die Basis. Beachte darüber hinaus weitere den Spielercharakteren zur Verfügung stehende Sinne wie den Geruchssinn und das Gehör. Ebenso tragen Mimik und Gestik zu einem facettenreichen Bild eines NSC bei. Die Klangfarbe der Stimme, Sprachfehler oder Wortwahl können weitere Nuancen sein, die einen NSC unverwechselbar machen. Manche dieser Hilfsmittel lassen sich wunderbar von Dir als Spielleiter nachspielen und werden zu kleinen Facetten, die Eindruck hinterlassen. Mit dem Fazit: Selbst ein unbedeutender NSC hinterlässt plötzlich erstaunlich viel Farbe und einen individuellen Fußabdruck im Spiel.

Diese Beispiele aus der Perspektive des Spielleiters veranschaulichen meinen Ansatz:

Solche Merkmale (es gibt viel mehr Möglichkeiten!) machen selbst unbedeutende NSC wie 'Torwache 1', 'Torwache 2' und 'Torwache 3' zu Individuen, an die die Spieler sich gerne wieder erinnern. So werden nachfolgende Begegnungen von ansonsten irrelevanten Gestalten manchmal zu einem unerwarteten Highlight. Und es entwickeln sich im Rollenspiel möglicherweise langlebige Beziehungen mit ursprünglich unbedeutenden Personen. Das kann eine Freundschaft sein, eine Rivalität, gegenseitige Achtung oder auch Verachtung. Eines ist es immer: Aus dem NSC bzw. NPC ist ein farbenprächtiger Nebendarsteller geworden.

Beispiel: unbedeutender NSC Torwächter Eadric

Auf dem Bild oben ist der Torwächter Eadric zu sehen. Ein klassischer NSC bzw. NPC mit geringer Bedeutung für das eigentliche Abenteuer oder eine Kampagne. Neben diesem Beispiel erwarten Dich in der Spielhilfe Das Buch der Königreiche zahlreiche auf diese Weise beschriebene Nebendarsteller, die mal eine kleine und mal eine große Rolle in der Pen-and-Paper Rollenspiel Welt einnehmen.

Sein Aussehen und Auftreten

Nuschelnde Worte, manchmal schwer verständlich, bahnen sich mit etwas faulem Atem einen Weg durch einen fast zahnlosen Mund. Nur wenige gelb, braun und schwarz verfärbte Zahnstummel bilden den traurigen Gebissrest des alten Mannes (*470). Verstohlen sprießen graue Haare eines lichten Haarkranzes unter seinem alten Eisenhelm (Eisenhut) hervor. Eadric hat eine faltige, graue Haut sowie bemerkenswert rissige, schmutzige Fingernägel. In seinem Gesicht sitzen mehrere große Warzen. Sein schlaksiger aber keineswegs schwächlicher Körper steckt in einem einfachen wattierten Wams, dunklen Beinlingen und einem Brustharnisch. Über dem Harnisch trägt er den Waffenrock mit dem Wappen des Burggrafen. An einem Waffengurt hängen ein Kurzschwert und ein Dolch. Zumeist stützt er sich auf einen Speer, wenn er am Tor Wache steht und die passierenden Leute beobachtet. Trotz seines Alters mustern seine blauen Augen wachsam die Umgebung.

Sein Verhalten und seine Motivation

An seinem einfachen Wortschatz ist schnell zu erkennen, dass der alte Streiter nie eine Schule besucht hat. Sein Herz trägt er nicht auf der Zunge und er hält sich aus den Zwistigkeiten, Hänseleien und ausgelassenen Unternehmungen der anderen Landsknechte heraus. Doch der zurückhaltende Torwächter ist keineswegs dumm. Es sind stets nur wenige, aber freundliche Worte, die der genügsame Mann mit den das Tor durchschreitenden Besuchern wechselt. Kinderlachen erwärmt sein Herz, erinnert ihn an seinen verstorbenen Nachwuchs und belebt ihn. Statt verbittert zu sein, erzählt er Kindern seit vielen Jahren gerne Geschichten und hilft ihnen manchmal, wenn ihnen in der harten Welt Unbill widerfährt. Denn Eadric ist ein gutmütiger Mensch und nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen.

Seine Biographie

Da Eadric mittlerweile einen Großteil seines Lebens damit verbracht hat, am Tor zu wachen, kennt er fast alle Besucher und hat ein sehr geschultes Auge. Man sieht ihm sein hohes Alter deutlich an, doch er nimmt nach wie vor an den Waffenübungen der Burgmannschaft teil und erwartet keine Sonderrolle. Verlorene Vitalität, Kraft und Schnelligkeit gleicht er bedingt durch Erfahrung und Finesse aus. In seinen jungen Jahren war er ein geschickter Schwertkämpfer und, was längst nicht alle in seiner Nähe wissen, Ehemann und Vater. Darüber spricht er nicht gerne, denn der Seuchentod seiner geliebten Familie ist noch heute für ihn eine schwere Bürde.

Seine Fähigkeiten, Bemerkenswertes und Schwächen

Er liebt Tiere, insbesondere Pferde, und kann besonders auf sie einwirken. Selbst durchgehende Rösser bringt er mit einfachen Mitteln schnell zur Ruhe.

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